RICHTLINIE GEGEN GELDWÄSCHE UND „KNOW YOUR CLIENT“-RICHTLINIE

 1. Zweck

Diese Richtlinie soll einen Überblick über die Richtlinie gegen Geldwäsche und die „Know your Client“-Richtlinie, die als Grundlage für R1Investing gelten, ein Handelsname der R1Investing, autorisiert und reguliert von der Börsenaufsichtsbehörde CySEC unter der Lizenznr. 269/15 (das „Unternehmen“), um volle Übereinstimmung mit den Gesetzen gegen Geldwäsche zu gewährleisten. 

Die Richtlinie muss in Zusammenhang mit den Prozessen verstanden werden, die bei einer Kontoeröffnung befolgt werden. 

2. Rechtsrahmen

Investmentfirmen müssen das neue Anti-Geldwäschegesetz von 2007 in (hier nachfolgend das „Gesetz“) in seiner jeweils gültigen Fassung, sowie die Richtlinie DI144-2007-08 bezüglich der Vermeidung von Geldwäsche und Terrorfinanzierung, befolgen.

Das Unternehmen ist verpflichtet, Richtlinien und Verfahren zur Vermeidung von Geldwäschevorgängen darzulegen. Folgende Verfahren, die vom Unternehmen umgesetzt werden, sind gesetzlich vorgeschrieben:

  1. Identifikations- und Sorgfaltspflichtverfahren von Kunden.
  2. Aufbewahrungsprozesse in Bezug auf die Identität von Kunden und deren Transaktionen.
  3. Berichtsverfahren an den Anti-Geldwäsche-Beauftragten), der für die Erfassung notwendiger Informationen verantwortlich ist, die Grund zur Annahme geben, dass ein Kunde in Geldwäscheaktivitäten verwickelt ist.
  4. Angemessene interne Kontrollverfahren, Risikomanagement zur Vermeidung von Geldwäscheaktivitäten.
  5. Detaillierte Prüfung einzelner verdächtiger Transaktionen. Dies gilt insbesondere für ungewöhnliche und/oder komplizierte und/oder verdächtige Transaktionen, und/oder Transaktionen, die ohne offensichtlichen finanziellen oder rechtlichen Grund vorgenommen wurden.
  6. Durchführung von regelmäßigen Schulungen für Mitarbeiter in Bezug auf die oben genannten Prozesse, Anti-Geldwäsche-Gesetze und/oder relevante Vorschriften.

3. Richtlinie 

Das Unternehmen führt Verfahren und Prozesse ein, die die Befolgung der relevanten Gesetze und Vorschriften gewährleisten.

3.1   Identifikation- und Sorgfaltspflichtverfahren von Kunden

Das Unternehmen erfüllt alle gesetzlichen Anforderungen bezüglich der Kundenidentifikation und Sorgfaltspflichtverfahren. Die Kundenkategorisierung, Identifikation und Sorgfaltspflicht gestalten sich wie folgt:

  • geringes Risiko;
  • normales Risiko;
  • hohes Risiko.

Kunden mit den folgenden Kriterien werden auf Grund der folgenden Bedingungen mit einem hohen Risiko eingestuft:

  • Kunden, die nicht persönlich bekannt sind.
  • Konten im Namen von Unternehmen, dessen Anteile auf den Inhaber lauten.
  • Treuhandkonten
  • „Kundenkonten“ im Namen einer Person.
  • Konten für „politisch exponierte Personen“.
  • Elektronisches Casino/Gaming über das Internet.
  • Kunden aus Ländern, die unangemessene FATF-Empfehlungen umsetzen
  • Grenzübergreifende Korrespondenzbankbeziehungen mit Kreditinstitutionen - Kunden aus Drittländern.
  • Alle Kunden, die von Natur aus ein höheres Risiko von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung darstellen.
  • Alle anderen Kunden, die vom Unternehmen als gefährdet eingestuft werden.

Macht ein Kunde nicht die erforderlichen Angaben zur Prüfung seiner Identität und die Erstellung seines ökonomischen Profils, ohne eine akzeptable Erklärung, gibt es Grund zur Annahme, dass der Kunde in Geldwäscheaktivitäten oder Terroristenfinanzierung verwickelt ist. In einem solchen Fall geht das Unternehmen keine Geschäftsbeziehung ein und erwägt, ob der Anti-Geldwäsche-Agent MOKAS informiert.

Das Unternehmen kann die Bereitstellung von KYC-Dokumenten während des ersten Kontakts zulassen, vorausgesetzt, die Circular C157-Bedingungen sind erfüllt.

3.2 Kunden-Sorgfaltspflichtverfahren

Das Verfahren, dem sich das Unternehmen unterwirft, um den gesetzlichen Vorschriften bezüglich der Kundenidentifikation zu entsprechen, beruht auf einer risikobehafteten Herangehensweise und folgt auf das Kunden-Sorgfaltspflichtverfahren. Dies kann folgendes umfassen:

  • Identifikation des Kunden und dessen Identität auf der Grundlage von Informationen, die aus einer zuverlässigen und unabhängigen Quelle stammen.
  • Das Unternehmen untersucht und prüft regelmäßig die Gültigkeit und Angemessenheit der Identifikationsdaten von Kunden und die darin enthaltenen Informationen.
  • Identifikation des begünstigten Eigentümers und risikobehaftete und angemessene Maßnahmen zur Überprüfung der Identität auf der Basis von Dokumenten, Daten oder Informationen, die aus einer zuverlässigen und unabhängigen Quelle stammen. Bezüglich juristischer Personen, Treuhänder und ähnlichen rechtlichen Einrichtungen werden risikobehaftete und angemessene Maßnahmen, um das Eigentum und die Kontrollstruktur des Kunden zu verstehen.
  • Es werden Informationen zum Zweck und zur Absicht der Geschäftsbeziehung eingeholt.
  • Die Geschäftsbeziehung wird ständig überwacht, die vorgenommen Transaktionen werden im Laufe der Beziehung geprüft, um sicherzustellen, dass die Transaktionen mit den Daten und Informationen übereinstimmen, die das Unternehmen bezüglich des Kunden gespeichert hat.

Die Identifikation des Kunden und begünstigten Eigentümers muss vor dem Beginn einer Geschäftsbeziehung stehen, da das Unternehmen alle Transaktionen oder Handelsvorgänge mit dem Kunden verbietet, bevor die notwendigen Dokumente und Informationen eingereicht wurden. Durch Verzögerungen kann die Überprüfung der Identität des Kunden sowie des begünstigten Eigentümers während der Etablierung einer Geschäftsbeziehung abgeschlossen werden, damit die normalen Geschäftsabläufe nicht unterbrochen werden, vorausgesetzt die Gefahr von Geldwäsche oder Terroristenfinanzierung ist gering. In solchen Situationen müssen diese Vorgänge nach dem Erstkontakt schnellstmöglich abgeschlossen werden.

Prüfungen der vorhandenen Einträge müssen regelmäßig vorgenommen werden, sodass Dokumente, Daten oder Informationen stets aktualisiert werden.  Kunden-Sorgfaltspflichtverfahren müssen nicht nur für alle neuen Kunden vorgenommen werden, sondern auch gelegentlich bei vorhandenen Kunden auf einer risikosensitiven Basis.

3.3 Vereinfachtes Sorgfaltspflichtverfahren 

Alternativ können vereinfachte Verfahren für Kunden mit geringerem Risiko vorgenommen werden. Weitere detaillierte Sorgfaltspflichtverfahren für Kunden mit geringerem Risiko werden angewandt, wenn kein Verdacht der Geldwäsche besteht, unabhängig von Verzögerungen, Freistellungen oder Grenzwerten und nicht, wenn eine Geschäftsbeziehung etabliert wird. Die folgenden Kundentypen werden mit niedrigem Risiko eingestuft:

  • Kredit- oder Finanzinstitutionen, die der EU-Richtlinie 2005/60/EC unterliegen, und dessen Transpositions-Mitgliedstaaten zur Vermeidung des Einsatzes des Finanzsystems zur Geldwäsche und Terroristenfinanzierung.
  • Kredit- oder Finanzinstitutionen in einem Drittland, wo gleichwertige Anforderungen wie die der Europäischen Union gestellt werden, deren Einhaltung überwacht wird.
  • Gelistete Unternehmen, deren Sicherheiten handelszulässig für einen regulierten EU-Markt sind und gelistete Unternehmen aus Drittländern, die dieselben Daten offenlegen müssen, die auch das EU-Recht vorschreibt.
  • Öffentliche Behörden der EU-Mitgliedstaaten.

Dabei ist zu beachten, dass das Unternehmen ausreichend Informationen sammeln muss, um den Kunden als geringes Risiko einstufen zu können.

3.4 Verbessertes Sorgfaltspflichtverfahren 

Das Unternehmen muss zudem verbesserte Sorgfaltspflichtverfahren anwenden, wenn ein höheres Risiko von Geldwäscheaktivitäten oder Terroristenfinanzierung besteht.

Besonders, wenn der Kunde nicht persönlich zur Identifikation vorstellig wurde, muss das Unternehmen spezifische und adäquate Maßnahmen vornehmen, um das hohe Risiko durch mindestens eine der folgenden Maßnahmen zu kompensieren:

  • Die Kundenidentität muss durch zusätzliche Dokumente, Daten oder Informationen festgestellt werden.
  • Ergänzende Maßnahmen zur Prüfung oder Zertifizierung der eingereichten Dokumente oder Anforderung von Bestätigungszertifikaten über eine Kredit- oder Finanzinstitution.
  • Sicherstellen, dass die erste Zahlung der Abläufe erfolgt über ein im Kundennamen eröffnetes Konto bei einer Kreditinstitution, die im europäischen Wirtschaftsgebiet liegt.

Politisch exponierte Personen sind Individuen, die mit öffentlichen Funktionen in der Republik oder in einem fremden Land beauftragt sind oder wurden, und deren Partner in einer engen Beziehung zur politisch exponierten Person steht.  Das Unternehmen muss die folgenden zusätzlichen Sorgfaltspflichtverfahren vornehmen, um zu bestimmen, ob ein möglicher Kunde politisch exponiert ist:

  • Das Unternehmen muss geeignete Prozesse zum Risikomanagement einführen um bestimmen zu können, ob ein potenzieller Kunde eine politisch exponierte Person ist.
  • Genehmigung von der Geschäftsführung vor Beginn einer Geschäftsbeziehung mit dem Kunden.
  • Vor Beginn der Geschäftsbeziehung holt das Unternehmen angemessene Dokumente ein, um nicht nur die Identität der besagten Person, sondern auch ihren geschäftlichen Ruf zu prüfen.
  • Das Unternehmen holt die gesetzlich vorgeschriebenen Informationen ein und erstellt ein wirtschaftliches Profil des Kunden.
  • Das Unternehmen wird das Profil des Kunden zusätzlich regelmäßig kontrollieren.
  • Angemessene Maßnahmen zur Bestimmung der Herkunft des Kundenvermögens und der Mittel, die mit der Etablierung der Geschäftsbeziehung oder Transaktion zusammenhängen.
  • Verbesserte und ständige Überprüfung der Geschäftsbeziehung.

4. Verfahren zur Eröffnung eines Kundenkontos

4.1 KYC-Dokumente für natürliche Personen

Vor der Annahme von neuen Kunden und der Handelszulassung mit dem Unternehmen müssen folgende Dokumente zur Feststellung der Kundenidentität eingeholt werden:

  • Ausgefüllter Kundenfragebogen im Kundenbereich, Steueridentifikationsnummer;
  • Farbkopie eines gültigen Reisepasses oder Ausweises;
  • Farbkopie eines Wohnortnachweises, wie z.B. behördlich ausgestellte Dokumente (Mietvertrag, Grundsteuerbescheid, Versorgungsrechnung (Strom, Wasser, Gas, etc.), Kontoauszug, Kreditkartenrechnung;
  • Alle Dokumente müssen die Wohnanschrift angeben und innerhalb der vergangenen 3 Monate ausgestellt worden sein. Alle Informationen, sowie alle vier Ecken des Dokumentes müssen eindeutig erkennbar sein.
  • Das Unternehmen akzeptiert keine Telefonrechnungen.

Für Einlagen per Kredit- oder Debitkarte:

  • Farbkopie der Kreditkarte (Vorder- und Rückseite), die für die Einzahlungen auf das Konto verwendet wird.

Auf der Vorderseite der Kreditkarte muss Folgendes sichtbar sein: Gültigkeitsdatum, vollständiger Name, Name der Bank, die letzten vier Ziffern der Kreditkartennummer. Die ersten 12 Ziffern müssen verdeckt sein.

  •  Alle Informationen, sowie alle vier Ecken des Dokumentes müssen eindeutig erkennbar sein.

Das Unternehmen pflegt eindeutige Standards und Richtlinien bezüglich der erforderlichen Protokolle zur Kundenidentifikation und individueller Transaktionen. Diese Maßnahmen sind die Grundlage zur Überprüfung der Geschäftsbeziehung mit dem Kunden, zum Verständnis des laufenden Kundengeschäfts und falls notwendig, Beweise bei Streitigkeiten, rechtlichen Aktionen oder finanziellen Untersuchungen, die zur Strafverfolgung führen. Auch neue Kunden und neue Konten werden von mindestens einer Person, dem Leiter des Back Office oder dem AML-Verantwortlichen des Unternehmens geprüft.

Das Unternehmen erhält Kundenidentifikationsdokumente und bewahrt nach der Schließung eines Kontos eine Kopie dieser Dokumente über mindestens sieben (7) Jahre auf. Das Unternehmen bewahrt auch alle Transaktionsprotokolle nach der Schließung eines Kontos über mindestens sieben (7) Jahre auf.

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